Dass Judas Jesus verraten hat, weiß jeder, der die Passionsgeschichte kennt. Doch, er war nicht allein damit. In der Geschichte gibt es immer wieder Episoden, wo Jesus verraten wird und dann allein und verlassen da steht.

Judas hat Jesus ganz direkt verraten: aus freien Stücken hat er angeboten, die Gegner von Jesus zu ihm zu führen und hat sich dafür noch dazu bezahlen lassen. Es gibt kaum Schlimmeres in einer Freundschaft.

Pilatus, der römische Statthalter war kein Freund von Jesus, so war sein Verrat vielleicht nicht so schmerzhaft, wie der von Judas. Doch, er war die Person, die die politische Macht gehabt hätte, Jesus zu retten, ihn vom Todesurteil zu bewahren. Pilatus äußert sich am Anfang des Prozesses noch eindeutig: „ich finde keine Schuld an diesem Menschen” (Lukas 23,4) Doch das ist zu wenig. In seiner Position ist es nur ein schwacher Versuch das eigene Gewissen zu beruhigen. Seine Passivität, dass er nicht gegen die Gefangennahme eines Unschuldigen aufsteht, dass er nicht mit allen Mitteln die ungerechte Todesstrafe verhindert, war ein Verrat.

Der dritte Verräter war Petrus. Er hat zwar nicht dazu beigetragen, dass Jesus getötet wird. Er war ein unwichtiger Nebendarsteller in der Geschichte. Doch sein dreimal wiederholter Satz: „Ich kenne diesen Mann nicht”, war ein Verrat der Freundschaft, der gemeinsam verbrachten Zeit mit Jesus. Solange alles gut geht, zusammen sein und sobald der Andere in Gefahr und nicht mehr so beliebt ist, gleich so tun, als wäre er ein Fremder.

Jesus hat am Karfreitag viel gelitten – richtig viel Blut ist geflossen und unvorstellbare körperliche Leiden hat er durchmachen müssen. Selten denkt man daran, dass neben dem körperlichen Schmerz auch die Einsamkeit und das Gefühl des im Stich gelassen werdens dazukommt. Im Stich gelassen von Freunden, von Menschen, mit denen er verbunden war und von der Politik, von den Vertretern der Macht, deren Aufgabe es wäre, Gerechtigkeit zu sichern.

Dieser Aspekt der Passionsgeschichte kann uns in zwei Richtungen leiten.

Wenn wir uns verraten und einsam fühlen, können wir gewiss sein, dass Jesus diese Gefühle kennt und mit uns leidet, mit uns fühlt und in dieser Krise uns begleitet. Auch, wenn wir uns einsam fühlen, sind wir in diesem Zustand getragen und verstanden.

Und wir können uns auch selbstkritisch fragen: wo bin ich selbst Verräter, Verräterin geworden in meinen Beziehungen? Wo habe ich die mir gegebene Macht, meine Mögichkeiten nicht genutzt, Menschen zu schützen, die ungerecht behandelt worden sind? Wo habe ich meinen Freunden und Freundinnen nicht treu geblieben, als sie mich am meisten gebraucht haben?

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